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SHHV-Präsident Stephan Boness zur Endrunde in Lübeck und ihrer Wirkung
08.01.2016

Einen Monat vor der Deutschen Hallenhockey-Endrunde der Damen und Herren in der Lübecker Hansehalle haben wir mit Stephan Boness, dem Präsidenten des Schleswig-Holsteinischen Hockey-Verbandes (SHHV) über die Wirkung gesprochen, die eine solche Großveranstaltung auf den Hockeysport im nördlichsten Bundesland hat und haben könnte.

Herr Boness, Die Deutsche Hallen-Endrunde wurde unter anderem nach Lübeck vergeben als ein Leuchtturmprojekt für den Hockeysport in Schleswig-Holstein. Wie ist denn bisher die Resonanz?
Stephan Boness: „Mir liegen Superlative eigentlich nicht so, aber es ist schon überwältigend, was zurzeit bei uns ankommt. Das sind zum Teil Anrufe in unserer Geschäftsstelle oder Mails, die ich bekomme. Und zwar aus allen Teilen Schleswig-Holsteins, von Flensburg über Itzehoe bis Kiel. Einige Clubs wollen mit ganzen Busladungen kommen. Deshalb glaube ich, dass nicht nur die Reaktion extrem positiv ist, sondern wir das Interesse am Hockeysport in unserem Bundesland auch mit einer starken Präsenz der Vereine bei der Veranstaltung zeigen werden. Die letzte derartige Großveranstaltung ist ja aber auch schon lange her - 1963 mit der deutschen Hallen-Endrunde der Damen ebenfalls in der Hansehalle. Es war einfach mal wieder an der Zeit, in unserem Bundesland solch ein Event zu organisieren, nachdem ja bereits einige Jugend-Endrunden hier mit Erfolg veranstaltet wurden.“

Es hat also die schleswig-holsteinische Hockeyfamilie in Gänze erfasst…
Stephan Boness: „Es schwappt in der Wahrnehmung auch nach Mecklenburg-Vorpommern rüber. Ich hatte bereits Anfragen von Hockeyfreunden aus Güstrow und Schwerin, die sich freuen, dass eine Endrunde auch für sie so nah erreichbar sein wird. Zumal Schwerin ja jetzt auch in der Spielgemeinschaft Hamburg/Schleswig-Holstein mit seinen Mannschaften mitspielt. Da gibt’s inzwischen eine besondere Nähe.“

Nun ist die Aufmerksamkeit zwar groß, aber eine Endrunde ist dann ja nach zwei Tagen auch schon wieder vorbei. Das wirkt ja nicht ewig nachhaltig, oder?
Stephan Boness: „Die Nachhaltigkeit liegt in den Händen unserer Vereine. Natürlich wirkt ein Event wie eine Deutsche Endrunde nicht unendlich weiter, aber ich hoffe, dass unsere Vereine die DM clever nutzen. Dass sie erkennen, dass solch ein Spitzenhockey auch Ziel für die sein kann, die jetzt gerade in ihrer C-Jugend spielen. Es wäre toll, wenn jeder in seinem Club einen eigenen kleinen Leuchtturm pflanzt. Die Endrunde kann dafür Startsignal sein. Die Euphorie muss man mitnehmen. Wenn dem schleswig-holsteinischem Hockey zugetraut wird, das es so gut ist, eine solche Endrunde auszurichten, warum nicht dann auch mal wieder Spieler ausbilden, die auf dem Niveau mitspielen könnten?“

Und mit einem Team bei einer Endrunde mitspielen?
Stephan Boness: „Es wäre vermessen zu glauben, dass unsere Vereine in Schleswig-Holstein mittelfristig auf einem höheren als Regionalliga-Niveau mitspielen könnten. Aber wenn wir gut ausbilden, kommt das allen zugute, selbst wenn die großen Talente später den Verein verlassen, um höhere Weihen zu erlangen, wie das etwa bei Kai Hollensteiner, Christopher Nörskau und vielen anderen immer schon der Fall war. Es wäre toll, wenn die Vereine die Wirkung der Endrunde innerhalb ihrer Clubs verlängern, und wir als Verband helfen da gern.“

Phönix Lübeck als Ausrichter scheint auch sportlich auf gutem Weg zu sein. Die Jugendteams spielen in vielen Altersklassen auf Oberliganiveau stark mit…
Stephan Boness: „Bei Phönix ist eine Menge passiert in den letzten Jahren. Ich durfte da in der Startphase als Trainer mit dabei sein. Da hat sich eine neue Führungsriege aufgemacht, die eigenen Jugendteams wieder ans Niveau der Hamburger Clubs heranzuführen – mit Bedacht, und ohne den Faktor Zeit dabei aus den Augen zu verlieren. Und ich freue mich total, dass da jetzt die ersten Früchte geerntet werden können. Das ist durch die tolle Mitwirkung der Eltern und den gut ausgebildeten Trainerstab geschafft worden.“
55. Hallen-Endrunde Damen & Herren
6./7. Februar 2016 in Lübeck