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BHC-Coach Friedel Stupp: "Favoriten sind sicher andere"
24.05.2012

Für viele ist der Berliner HC in dieser Saison reif für den großen Wurf in der hockeyliga der Herren. Die Hauptstädter gehen als souveräner Vorrunden-Meister in die Endrunde, die zudem im heimischen Hockeystadion Steglitz-Zehlendorf ausgetragen wird. Doch für Trainer Friedel Stupp sind andere Vereine Favoriten auf den Deutschen Meistertitel 2012.

Herr Stupp, die Voraussetzungen könnten kaum besser sein für den ersten Titelgewinn auf dem Feld seit 47 Jahren…
Wenn man die reinen Zahlen sieht, könnte man das annehmen. Wir haben eine sehr gute Saison gespielt, haben diese als Tabellenführer abgeschlossen. Und wir spielen in unserem Heimstadion. Unter diesen Aspekten gebe ich Ihnen Recht.

Aber?
Ich denke, dass es eine sehr stark besetzte Endrunde ist, bei der alle vier Team Chancen auf den großen Wurf haben. Für mich sind Rot-Weiss Köln und der UHC Hamburg aber die Favoriten. Da genügt schon ein Blick auf die Besetzung der Kader. Da wimmelt es von Nationalspielern, Weltmeistern und Olympiasiegern. Es zählt jetzt ja auch nicht mehr, dass sie in der regulären Saison Dritter und Vierter geworden sind. Diese beiden Mannschaften verfügen über enorm viel Endrunden- und auch Endspiel-Erfahrung. Und die werden sie sicher in die Waagschale werfen. Aber auch der BHC und Mülheim haben sehr stabil gespielt in dieser Saison und können selbstbewusst in die Halbfinals gehen.

Ein gern hergenommenes Sprichwort lautet: „Defense wins Championships!“ Noch ein Pluspunkt für Sie und Ihr Team. Sie schicken die sattelfesteste Abwehr der Liga ins Rennen.
Diesen Spruch finde ich gut! Es stimmt schon, dass unser Spiel auf einer sehr geordneten Defensive basiert. Da haben wir uns in den letzten Jahren wirklich gut entwickelt und ja schon öfter ähnlich gute Bilanzen aufweisen können. Was uns noch fehlt ist ein echter Knipser. Unsere Offensivkraft verteilt sich auf viele Schultern. Das kann aber auch ein Vorteil sein, zu wissen, dass man nicht abhängig ist von der Tagesform eines einzelnen Spielers. Dennoch ist es schon beeindruckend, mit welchen Topstürmern die drei anderen Teams aufwarten.

Ihr Halbfinalgegner, der UHC Hamburg, spielt am Pfingstwochenende noch im Final Four der Euro Hockey League. Trainer Martin Schultze sieht das als einen Vorteil. Sie auch?
Das ist doch gut, wenn der Martin das so sieht. Aber im Ernst: Der UHC ist das einzige der vier Teams, dass auf ganz hohem Niveau im Spielrhythmus bleibt und im besten Fall sogar mit einem riesigen Erfolgserlebnis im Rücken zur Endrunde kommt. Das ist schon ein Vorteil. Alle anderen müssen eben sehen, wie sie anders die Spannung hoch halten.

Für Ihre Jungs wird das Heimpublikum wohl für zusätzlichen Schwung sorgen, oder?
Auf jeden Fall! Die Vorfreude im Klub, bei den Spielern und den Fans ist groß. Ich hoffe, dass das für die Mannschaft zusätzliche Motivation bringt und nicht zur Belastung wird.

Befürchten Sie, dass der Druck und die Erwartungshaltung für Ihre junge Mannschaft zu groß werden könnten?
Im Umfeld ist schon zu spüren, dass man sich nach dieser Saison den Titel wünscht. Das ist ja auch normal. Wir machen uns aber von allem Druck frei. Wir wollen uns weiter entwickeln, gute Spiele machen. Bei den Jungs ist aber auch keiner dabei, der sagt: Jetzt haben wir die EHL-Quali sicher, jetzt lassen wir mal schleifen. Alle sind heiß auf diese Endrunde, und darauf, möglichst weit zu kommen.
67. [D] & 70. Endrunde [H] Feld 2012
2./3. Juni 2012 in Berlin