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Die Hallen-Endrunde in Duisburg aus Expertensicht
23.01.2009

Natascha Keller und „Jo“ Hürter sagen, wie sie die Endrunden-Teams einschätzen

Dass alle Mannschaften bei der Hallenhockey-Endrunde in Duisburg das Zeug dazu haben, einen der begehrten „Blauen Wimpel“ zu ergattern, steht außer Frage. Doch wo liegen die Stärken der einzelnen Teams? Welche Mannschaft geht als vermeintlicher Favorit ins Rennen? Wer kann eine Überraschung schaffen? Natascha Keller vom Berliner HC, Olympiasiegerin 2004 und beste Spielerin der Hallen-Endrunde 2008, sowie Joachim „Jo“ Hürter, ehemaliger DHB-Vizepräsident und einer der Leistungsträger der Kölner Meistermannschaft Anfang der 90er Jahre, geben hier ihre ganz persönliche Expertenmeinung ab.


Natascha Keller über die Damen-Konkurrenz:
Diesmal sind ja ein paar Überraschungen in Duisburg dabei – allen voran der Düsseldorfer HC. Wenn man als Aufsteiger so weit nach vorn kommt und im Viertelfinale das starke Team von TuS Lichterfelde ausschaltet, muss eine entsprechende Qualität haben und steht zu Recht unter den besten vier Teams der Saison. Gegen Titelverteidiger Club an der Alster, der uns ja im letzten Jahr im Halbfinale besiegt hat, wird es aber schwer. Die Hamburgerinnen haben viele gute Spieler, sind sehr erfahren und gut eingespielt. Sie sind der klare Favorit.

Als Finalgegner der Alster-Damen sehe ich diesmal Schwarz-Weiß Neuss. Auch wenn Rüsselsheim nach wie vor eine starke Mannschaft hat, mit der man immer rechnen muss; Markus Lonnes ist ein hervorragender Trainer und er hat ganz starke Spielerinnen im Team. Denen traue ich Einiges zu.

In dem von mir erwarteten Endspiel sehe ich dann Alster und Neuss nahezu auf Augenhöhe. Ich denke, dass Schwarz-Weiß den Hamburgerinnen ihr ganzes Können abverlangen wird. Letztlich könnten die größere Erfahrung und der insgesamt ausgeglichenere Kader aber den entscheidenden Ausschlag für den Titelverteidiger geben.

„Jo“ Hürter über die Herren-Konkurrenz:
Nicht nur als „alter“ Rot-Weisser bin ich der Meinung, dass Köln eigentlich klarer Titelfavorit ist. Aber man weiß ja, dass in der Halle die Uhren oft anders ticken. Man muss das unbestritten große Potenzial auch erstmal 60 Minuten lang auf die Platte bringen. Im Halbfinale gegen den UHC dürfte es schon recht eng zugehen. Die haben immer noch einen gut besetzten Kader und zwei starke Torhüter. Im Normalfall müsste es aber zum Finaleinzug reichen.

Titelverteidiger Rüsselsheimer RK ist für mich der Favorit im zweiten Halbfinale. Die haben nicht nur mit den Domke-Brüdern exzellente Hallenspieler, die schon lange zusammenspielen. Aber auch der Berliner HC muss erst einmal bezwungen werden. Das wird ebenfalls ein spannendes Spiel.

Ein Finale Köln gegen Rüsselsheim wäre natürlich toll! Da wäre ein Sieger kaum zu prognostizieren. In solchen Spielen macht oft ja der Torhüter den Unterschied aus. Da sind wir – also Köln – sicher sehr gut aufgestellt. Und dass Max Weinhold Siebenmeter halten kann, hat er ja schon bewiesen.
48. Hallen-Endrunde Damen & Herren
24. & 25. Januar 2009 in Duisburg