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Experten sehen keine klaren Favoriten in Berlin
29.01.2010

Tipps von Meister-Coach Kai Stieglitz, Natascha Keller und Bundestrainer Markus Weise

Dass alle Mannschaften beim andel’s Final Four um die Deutschen Hallenhockey-Meisterschaften der Damen und Herren das Zeug dazu haben, einen der begehrten „Blauen Wimpel“ zu ergattern, steht außer Frage. Doch wo liegen die Stärken der einzelnen Teams? Welche Mannschaft geht als vermeintlicher Favorit ins Rennen? Wer kann eine Überraschung schaffen? Kai Stieglitz, bis zur letzten Saison noch Erfolgstrainer der Rüsselsheimer Herren, Bundestrainer Markus Weise und Olympiasiegerin Natascha Keller von Gastgeber Berliner HC, die allerdings in dieser Saison pausiert, geben hier ihre ganz persönliche Expertenmeinung ab.


Bei den Herren traut Meister-Coach Kai Stieglitz prinzipiell allen vier Teams den großen Wurf zu. Allein Mülheim ist für ihn in Nuancen ein kleiner Außenseiter. „Mannheim hat eine ganz starke Mannschaft, das wird schwer für die Uhlenhorster“, so Stieglitz, der den Rüsselsheimer RK 2008 zum Titel und 2009 ins Endspiel geführt hatte. „Aber die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass bei so ausgeglichenen Mannschaften die Tagesform der entscheidende Faktor ist, Kleinigkeiten den Ausschlag geben können.“ Der Vorteil für seine ehemaligen Jungs im zweiten Halbfinale könnte die Erfahrung sein: „Wir haben vor fünf Jahren im Halbfinale gegen den HTHC unglücklich verloren. Viele der Jungs sind auch heute noch dabei und werden sich zerreißen, das diesmal zu drehen.“

Ein klarer Finaltipp bei den Damen ist für die zurzeit in der Hallenhockey-Pause befindliche BHC-Stürmerin Natascha Keller kaum möglich. „Im Halbfinale zwischen meinem BHC und dem UHC sind meine Berlinerinnen sicher nicht der Favorit. Aber mit der Euphorie, die gerade in der Mannschaft herrscht, und mit dem Heimvorteil können sie es dem UHC schon schwer machen.“ Im zweiten Halbfinale scheint für sie der TSV Mannheim das besser eingespielte Team zu sein, das zudem derzeit in Topform ist. Weil sie aber weiß, dass mit Markus Lonnes ein Trainerfuchs auf der Kölner Bank sitzt, „wird das für Mannheim bestimmt kein leichtes Spiel.

Herren-Bundestrainer Markus Weise, der die Damen des TSV Mannheim vor seiner DHB-Karriere lange formte und mehrfach in deutsche Endrunden führte: „Ich glaube, dass die TSV-Damen weit kommen können, wenn sie sich zusammenreißen. In der Mannschaft sind einige Spielerinnen dabei, die ich schon bei den B-Mädchen trainiert habe, aber auch genug, die nicht unter mir zu leiden hatten. Einen Favoriten auszumachen, fällt mir bei dieser Damen-Endrunde aber sehr schwer. Ich glaube, dass die Tagesform stark entscheidet.“ Bei den Herren tippe der Bundestrainer auf den Süden – und heißt sein Favorit Mannheimer HC.
49. Hallen-Endrunde Damen & Herren
30. & 31. Januar 2010 in Berlin